Das ABC der Wettkampfplanung – weniger ist mehr

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In den sozialen Medien lese ich in letzter Zeit immer häufiger, dass voll berufstätige Altersklassen-Athleten „eine Langdistanz nach der anderen“ machen… IRONMAN Frankfurt, dann IRONMAN Hamburg und so weiter. Ob die Unzufriedenheit mit der Zielzeit oder die fehlende Hawaii-Quali der Grund sein mag – die Optimierung der eigenen Performance hat ihre Grenzen, wenn ihr langfristig verletzungsfrei und gesund bleiben möchtet. Mein Credo daher: Weniger ist mehr!

Ich betrachte den Athleten grundsätzlich ganzheitlich, und dazu gehört nicht nur das sportliche Leben, sondern der gesamte Lebenskontext mit Beruf und Familie und sozialem Umfeld. Eine Langdistanz ist nicht nur eine außerordentliche Trainingsbelastung über Monate, es ist durch die ständige Trainingsplanung und -abstimmung mit Familie und Job immer auch Trainingsstress, dem körperlich und mental eine Erholungsphase ohne zielgerichtetes Training folgen sollte.

 

Mein Coaching-Tipp für ein balanciertes Wettkampfjahr könnte beispielsweise so aussehen:

Variante LANGDISTANZ:

  • 1 Langdistanz pro Jahr (A-Wettkampf)
  • 1 MD (B-Wettkampf)
  • und noch etwas Kürzeres zu Saisonbeginn (C-Wettkampf)

Variante MITTELDISTANZ:

  • 2 Top-Rennen (A-Wettkämpfe)
  • falls diese früh im Jahr begonnen werden, kann noch ein später schöner Saisonabschluss wie zum Beispiel der IRONMAN 70.3 auf Rügen dazu kommen.
  • 1 kurzer C-Wettkampf zu Saisonbeginn (vermutlich als Olympische Distanz)

Variante OLYMPISCHE DISTANZ

  • entweder als Serie von 2 bis 4 Rennen (innerhalb von max. 4-6 Wochen) als A-Wettkämpfe
  • Oder zwei, max. kleinere Mini-Serien, die jeweils durch eine weitere kurzeTrainingsphase (von 3-6 Wochen) voneinander getrennt sind (das könnte z.B. durch einen Liga-Betrieb notwendig oder gewollt sein)
  • Bei der Variante mit den Miniserien – also ohne eindeutige Topformphase in der ja doch immer recht kurzen Triathlon-Wettkampfsaison im Jahr – werden die ersten und durchaus wichtigen Rennen recht früh sein. Diese könnte man sehr gut über Trainingsrennen im Laufen und/oder Duathlon vorbereiten.

Variante SPRINTDISTANZ

  • Hier geht es vor allem um eine eindeutige Priorisierung, um die Topformphase gezielt in den Zeitraum der wichtigsten Rennen zu legen
  • In eine Sprintdistanz-Saison kann man aber auch gut 4-8 Wettkämpfe machen (2-3 A-Rennen, ca. 3 B-Rennen und 2-3 reine Test- und Trainingsrennen)
  • Hier kann man die Wettkämpfe an sich schon eher als Trainingsmittel einsetzen, als es bei längeren Strecken der Fall ist.

Zusammengefasst: Auf den kürzeren Distanzen wie OD und Sprint verträgt der Körper natürlich ein paar mehr Wettkämpfe, aber auch hier sollte ausreichend Zeit zwischen den Wettkämpfen liegen. Niemand bringt über die ganze Saison Top-Leistungen, daher priorisiert euren Hauptwettkampf.

Die aktuelle Off-Season ist eine schöne Zeit, um Pläne zu schmieden. Ich teile die Wettkämpfe in A-, B- und C-Wettkämpfe. Das sind also Top-Rennen (A), Testrennen (B) und Formchecks (C), letztere werden aus dem vollen Training heraus absolviert. Eine Winterlaufserie oder winterliche CTFs alle drei bis vier Wochen sind ein perfekter Einstieg in die nächste Saison. Es versteht sich, dass hier nicht Fullspeed angesagt ist, sondern allenfalls kleine Tempospielereien trainiert werden.

 

 

 

JES

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