Nachhaltige Wettkampfplanung oder warum ein Marathon in der direkten Langdistanz-Vorbereitung einfach nicht funktioniert

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Triathlon hat sich zur Trendsportart entwickelt und entsprechend viele und spannende Veranstaltungen gibt es – die Auswahl fällt dabei oft nicht leicht. Damit die Wahl nicht zur Qual wird und um eure Leistungsfähigkeit langfristig und nachhaltig aufzubauen, gilt hier: weniger ist oft mehr. Wenn ihr an die Planung geht, gewichtet die Rennen, z.B. in A-, B- und C-Wettkämpfe.  A steht für den Hauptwettkampf, welcher mit einem oder maximal zwei Testrennen (B-Rennen) aufgebaut wird. Diese Rahmenstruktur wird dann durch einige Termine (C-Kategorie) aufgefüllt, die dann reine Trainingsrennen sind.

 

Den meisten Sportlern empfehle ich, sich auf einen Hauptwettkampf pro Trainingsperiode zu beschränken (z.B. eine Langdistanz). Als Vorbereitung wäre dann eine Mitteldistanz beispielsweise drei bis etwa sechs Wochen vorher sinnvoll. Alternativ kann man auch mit entsprechendem zeitlichem Vorlauf zwei olympische Distanzen absolvieren. C-Rennen könnten zum Beispiel eine Sprint-Distanz oder ein Duathlon zu Saison-Beginn sein, um wieder reinzukommen.

 

In diese Vorbereitungszeit gehört wegen der hohen Belastung und des dazugehörigen Regenerationsbedarfs in der Regel kein Marathon – als problematisches Beispiel gibt es die Kombination Hamburg Marathon und IRONMAN Hamburg, die ich für sehr ungünstig halte. Ein Marathon ist kein Trainingsrennen. Für die „saubere“ Einbindung in den Trainingsprozess geht dadurch zu viel Zeit für das Tapering und die Erholung des Marathons verloren, die ihr u.a. für lange Radeinheiten deutlich besser investieren könnt. Es fehlen einfach vier bis sechs Wochen in dieser wichtigen Trainingsphase.

 

Bevor ihr in die Wettkampfphase einsteigt, könnt ihr den Winter und das Frühjahr nutzen, um beispielsweise alle drei bis vier Wochen einen kurzen Laufwettkampf oder eine RTF/CTF einzustreuen. Diese werden im Idealfall aus dem Training heraus und moderater angegangen, um nicht zu früh im Jahr zu fit zu sein (Vorsicht: „gefährliche Frühform“). Nicht nur für den Kopf können sie aber ein sehr gutes Trainingselement sein, besonders wenn daran noch zusätzliche Trainingsaufgaben wie Pacing nach Vorgabe oder Tempowechsel geknüpft werden.

 

Mein Tipp: eine klare Zieldefinition und Priorisierung führen zu klaren begründbaren Entscheidungen und einer guten Balancen zwischen Belastung und Erholung, zwischen Training und Trainingserfolg.

 

JES

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